Allgemein, Biographie, Liebesgeschichte

Du sagst es (von Connie Palmen)

Seit einiger Zeit schon bin ich in Kontakt gekommen mit Gedichten von Sylvia Plath, auch ihren einzigen, veröffentlichten Roman „Die Glasglocke“ habe ich mit Begeisterung gelesen. Kürzlich fiel mir „Du sagst es“ von Connie Palmen in die Hände und nach dem Anlesen entschied ich, das Buch zu kaufen. Der Titel „Du sagst es“ entstammt einem Bibelzitat aus dem Neuen Testament.
In diesem Buch schreibt die niederländische Autorin, anhand diverser Quellen, über die Lebensgeschichte der Dichterin Sylvia Plath und Ted Hughes, aus der Sicht von Ted Hughes. Da die Beziehung der beiden im Fokus steht, ist es auch ein Liebesroman. Ted Hughes hat zeitlebens über seine Ehe und Verbindung mit Sylvia Plath geschwiegen. In seinen „Birthday letters“, einer Sammlung von Gedichten, die über Jahre entstanden sind, verarbeitet er die Beziehung zu Sylvia Plath. Es war seine letzte Veröffentlichung.
1956 lernen sich Sylvia Plath und Ted Hughes kennen. Beide sind literarisch tätig, haben einige Veröffentlichungen in Zeitschriften gehabt. Sie lernen sich kennen und verbringen einen interessanten ersten Abend miteinander, an dem Sylvia ihm nach einem Kuss, in die Wange beißt. Die beiden sehen sich wieder. Sylvia ist angetan von dem intelligenten Dichter aus England, er genießt ihre eloquente Aufmerksamkeit und ihre Intelligenz. Die beiden werden ein Paar und heiraten, doch ihre Hochzeit halten sie vorläufig geheim, um nicht ihre Unterkunft auf dem Campus, an dem sie studieren, zu verlieren, bis sie es irgendwann nicht mehr aushalten und doch darüber sprechen. Sie beziehen eine kleine Wohnung und verbringen Tage und Nächte damit, sich über fremde und eigene Literatur zu unterhalten und das, was sie beschäftigt. Sieben Jahre hält diese Ehe, mit vielen Aufs-und Abs, Hoffnungen und Scheitern. Sylvia Plath unterstützt ihren Mann mit allem, was sie hat und ist, er bekrittelt, dass sie nicht aufrichtig genug sei in ihren Gedichten. Während er literarisch aufsteigt, kämpft Sylvia um jede Veröffentlichung. Die beiden werden Eltern, ziehen ein paar Mal um, Sylvia will gute Mutter sein, Ehefrau, Gastgeberin und Literatin. Ihre Beziehung zu Ted ist ein Ort der Unruhe, geboren aus ihrer charakterlichen Unterschiedlichkeit, geboren aus den verschiedenen Lebensperspektiven.
Ich mag die schlichte Sprache, mit der Connie Palmen diese Geschichte erzählt. Neutral, wie ich häufig anderweitig über dieses Buch gelesen habe, empfinde ich die Erzählperspektive allerdings nicht.
Sylvia Plath hat sich nach siebenjähriger Ehe mit Ted Hughes umgebracht, als Ted Hughes ein außereheliches Verhältnis zu der Dichterin Assia Wevill beginnt. Auch sie wird sich, und dem mit Ted Hughes gemeinsamen 4jährigen Kind Shura, später das Leben nehmen. Selten hat mich eine Geschichte so aufgewühlt. Das Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen. Sehr lesenswert.

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