Drama

„Biedermann und die Brandstifter“

Biedermann ist die Hauptfigur dieses Dramas von Max Frisch. Biedermann ist Unternehmer, verheiratet und lebt mit seiner Frau in einem großen Haus, in dem es freie Zimmer gibt, die nicht genutzt werden. Es geht beiden gut, auch wenn Biedermann sich mit den Vorwürfen eines heraus geworfenen Mitarbeiters auseinander setzen muss, – was er nicht gerne tut, da er sich im Recht fühlt. Biedermann fürchtet sich vor Brandstiftern, über die in den Zeitungen berichtet wird, die in der Stadt ihr Unwesen treiben und er fürchtet sich auch vor dem Fremden, der eines Tages bei ihm Zuhause auftaucht und um Unterkunft für eine Nacht bittet. Er beginnt mit ihm anfangs widerwillig ein Gespräch und erlaubt ihm schließlich auf dem Dachboden zu übernachten. Sein Gegenüber, namens Schmitz, ist wortgewandt und nimmt vorweg, was Biedermann denkt, – doch Biedermann streitet ab und schwenkt aufs Gegenteil, bis er schließlich mehr und mehr in die Situation gerät, dass er den Fremden nicht mehr hinauswerfen kann – aus moralischen und menschenfreundlichen Gründen- wie er sagt. Biedermann verbiegt sich, sagt „Ja“, wo er „Nein“ meint, sagt „Nein“, wo er „Ja“ denkt, bis er es schließlich selbst glaubt. Anderen gegenüber entwickelt er sich mehr und mehr zum Verteidiger des Fremden und beklagt, alle würden in Fremden lediglich Brandstifter sehen und das wäre humorlos und falsch. Er lädt Schmitz zum Essen ein und seine anfängliche Forderung, diesen des Hauses zu verweisen, verstummt immer mehr. Der Fremde bleibt nicht der einzige Fremde im Haus, auch Biedermanns Frau sieht den Entwicklungen skeptisch zu, redet immerzu auf ihren Mann ein, was aber nur kurze Wirkung hat. Einzig die Angestellte, Anna, die verwirrt ist, durch die dauernd wechselnden und sich widersprechenden Wünsche ihrer Vorgesetzten, ist die einzige, die das Treiben im Haus zu durchschauen scheint. Ob die Männer die Brandstifter sind und was im weiteren Verlauf des Dramas geschieht, – dazu mehr im Buch. Sehr prägnante Sprache, sehr gute Dialoge auf den Punkt. Empfehlenswert.

© mp

 

Suhrkamp Verlag, 85 Seiten.

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